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14.02.2020

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Nächster Akt im Integrations-Theater

Wer erinnert sich noch an die Greencard-Inder? Um die Jahrtausendwende herum sollten IT-Spezialisten aus dem Ausland, vor allem aus Indien, nach Deutschland geholt werden, weil die Deutschen angeblich zu blöd sind, einen Computer zu bedienen.

Vergegenwärtigt man sich heute, wie der Digitalisierungsprozess der letzten Jahre vergeigt wurde, hätte man wohl besser Ausschau nach IT-Profis halten sollen, um die diesbezüglich völlig überforderte Bundesregierung personell zu verstärken. Diese glänzte stattdessen mit Peinlichkeiten wie

„Das Internet ist für uns alle Neuland“

Angela Merkel

und der Digitalisierungsbeauftragten Dorothee Bär im „Star Wars“-Latex-Kostüm. Mit solchen Politikern kann man weder die Gegenwart noch die Zukunft gestalten.

Die Greencard-Inder sind Geschichte, die meisten landeten beizeiten beim Sozialamt, wanderten in andere Länder weiter oder gingen in ihre Heimat zurück. Das Migrationsprojekt, das erstmals nach dem Anwerbestopp im Jahre 1973 wieder aggressiv um ausländische Arbeitnehmer warb, war zum Scheitern verurteilt, wenn man sich davon tatsächlich erhoffte, dass es dem deutschen Arbeitsmarkt eine Vielzahl an Fachkräften verschaffen würde.

Nun wird dem nächsten Akt im Integrations-Theater der Weg geebnet. Um dem vermeintlich flächendeckend und branchenübergreifend bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, soll mit einem neuerlichen „Aktionsplan Integration“ der Bundesregierung dafür gesorgt werden, dass potentielle Arbeitsmigranten bereits in ihrer Heimat fit für den deutschen Arbeitsmarkt gemacht werden. Dieser „Paradigmenwechsel“ sieht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, zufolge umfassende Sprachangebote und intensive Aufklärungsarbeit vor.

Die Kosten für die Umsetzung dieses fragwürdigen Aktionsplans werden die Steuerzahler in Deutschland stemmen müssen. Konkret sollen in zehn Partnerländern, darunter Afghanistan, Albanien und Marokko, vom Bundesentwicklungsministerium finanzierte Beratungszentren eingerichtet werden, um über Chancen regulärer Migration nach Deutschland zu informieren und entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen.

Für viele Einheimische dürfte dieser Aktionsplan wie blanker Hohn wirken. Während hierzulande durch eine kurzsichtige Politik (Energiewende, Klimawahn) ganze Branchen zerschlagen werden und in den letzten Monaten zahlreiche Großunternehmen umfangreiche Stellenstreichungen ankündigten, sollen Ausländer auf den Wirtschaftsstandort Deutschland vorbereitet werden.

Gleichzeitig kann dem Migrationsbericht der Bundesregierung entnommen werden, dass von 2016 bis 2018 jährlich im Schnitt rund 100.000 Deutsche mehr aus- als zurückwanderten. Hinzu kommt der Mammutprozess der Digitalisierung, der auf dem Arbeitsmarkt kein Stein auf dem anderem lassen wird, der die Arbeitswelt gravierend verändern und viele Berufswege zu Sackgassen machen kann.

In solch dramatischen Zeiten, in denen viele Deutsche Angst vor der Zukunft haben, einen Aktionsplan für qualifizierte Zuwanderung zu schmieden, zeugt schon von einem gehörigen Maß an Bürgerferne und Ignoranz. Vielleicht stünde es den Damen und Herren in Berlin besser zu Gesicht, sich weniger darüber Gedanken zu machen, wie aus Deutschland ein „attraktives Einwanderungsland“ wird, sondern wie man die eigenen oft gut qualifizierten jungen Leute davon abhält, aus Deutschland ein Abwanderungsland zu machen.

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