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23.04.2014

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Ausweitung des Transplantationsskandals – keine Reaktion der Landesregierung

Die Manipulationen bei Organspenden am Göttinger Uniklinikum sind scheinbar weit größer als gedacht. Der NDR hat bereits Ende letzten Monats nach dem Erscheinen eines Berichtes der Bundesärztekammer (siehe Anhang unten) einen entsprechenden Artikel veröffentlicht, in dem man auf die skandalöse Praxis einging. Obwohl die Aufdeckung des offensichtlichen Organspendeskandals mit dem Erscheinen des Bundesärztekammerberichtes bereits mehrere Wochen alt ist, gab es außer dem erwähnten NDR-Artikel keine nennenswerte Resonanz in den bundesrepublikanischen Medien. Man schreibt zurzeit lieber über jede Fahrt eines Militärfahrzeuges in der Ukraine und Russland.

Die NPD Niedersachsen möchte hingegen auch kurz vor der Europawahl auf die Ungeheuerlichkeiten in Niedersachsen hinweisen, die anscheinend bewußt unerwähnt von der Landesregierung bleiben, wobei man sich dort sonst zu jedem Müll äußert.

Bislang ist das Bild beim Durchschnittsmedienkonsument über den Transplantationsskandal weitgehendst so, dass die Organe zwar teilweise nicht nach der Warteliste, sondern nach Geld vergeben wurden, aber dadurch halt nur reiche Patienten eher gesund wurden.

Der Bundesärztekammerbericht verweist aber noch auf viel erschreckendere Praktiken hin. So heißt es in dem Bericht, das bei einer Behandlung eine „reale Grundlage“ fehle. Die Manipulationen wurden eben nicht zum Wohl der Patienten vorgenommen, sondern oftmals wurden die Transplantationsempfänger durch die Vergabepraktiken ebenfalls geschädigt. Im extremen Fall hat ein Empfänger eine Leber erhalten, die er gar nicht benötigte! Kurz darauf mußte er erneut transplantiert werden und ist letztendlich an den Folgen gestorben. Auch die weiteren Fälle lesen sich wie in einem schlechten Groschen-Roman, in dem man die Leute vor einer Transplantation bewahren möchte, aber das ist leider kein Schauer-Märchen, sondern Realität in der Bundesrepublik! (Wer hingegen einen gesellschaftskritischen Roman zum Thema Organspende sucht, dem empfiehlt der Autor das 2008 erschienene Buch: „Die Entbehrlichen“ von Ninni Holmqvist).

So sind Laborergebnisse laut dem Bericht offensichtlich manipuliert worden; manche notwenigen Standart-Tests wurden erst gar nicht durchgeführt; viele (27) Transplantationen waren aus medizinischer Sicht schlicht unnötig; das Spendeorgan war schlechter als das vorherige eigene Organ; bei stolzen 79 Patienten wurden falsche Diagnosen gestellt, Symptome nicht erkannt oder die Patienten wurden falsch behandelt. Insgesamt stellten die Prüfer für den Prüfungszeitraum von 2008 bis 2011 Verstöße gegen die Richtlinien in ganzen 75 Prozent der Fälle fest!

Jeder Einzelne dieser Fälle wäre als solches schon schlimm genug, um den Angeklagten, den früheren Leiter der Transplantationsmedizin an der Uniklinik Göttingen, bis zur Gerichtsverhandlung in Untersuchungshaft zu bringen (es wird ermittelt wegen versuchten Totschlag in elf und Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen). Nicht so in der Bundesrepublik. Hier darf der Angeklagte sich vorerst weiterhin auf freiem Fuß befinden.

Solange solche Widerlichkeiten in diesem Organspendesystem bislang bestenfalls eine Randnotiz in den Medien bleiben, dürfen sich die Verantwortlichen, die mit Prominenten um die Organspende werben, nicht wundern wenn sie von vielen Bürgern unerhört bleiben.

Um das Vertrauen der Bürger in die Organspende zu gewinnen reichen (hoffentlich, weil es von Dummheit zeugen würde) keine lächelnden GEZ-finanzierten Promis. Ergänzungen oder alternative Eintragungen auf dem Organspendeausweis wie „meine Leber soll kein Alkoholiker bekommen“, „meine Niere nur an Personen

Und von wirklichen Reformen bei der Organspendepraxis ist uns ebenfalls bislang nichts zu Ohren gekommen. Es wollen zwar nun mehr Ärzte kontrollieren, aber wenn es bei den untersuchten 105 Fällen erst nach Jahren zum Vorschein kommt, dann ist es mehr als zweifelhaft daran zu glauben, das bislang nur eine Person alleine für alles verantwortlich war-und das es reicht wenn jetzt zwei oder drei Ärzte aus demselben Krankenhaus sich kontrollieren.

Die NPD fordert eine harte Bestrafung aller verantwortlichen Personen. Hierbei kann es nicht nur um die juristischen Paragraphen gehen, sondern darum, dass das Vertrauen in ein ganzes System irreparabel zerstört wurde!

(DD)

-Bericht der Bundesärztekammer(pdf)

Fotos: Günther Richter (oben/Organspendeausweis) und Martin Büdenbender (unten/OP-Saal) / pixelio.de

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