npd-hannover.de

28.11.2013

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Oury Jalloh – die wievielte?

Erneut werden sich Gerichte mit dem Fall des im Januar 2005 in einer Polizeizelle zu Tode gekommenen Asylbewerbers beschäftigen müssen. Grund ist eine Strafanzeige, die am 11. November 2013 von der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.“ sowie mehrere Einzelpersonen wegen Totschlag oder Mord gegen unbekannte Polizeibeamte im Todesfall Oury Jalloh bei Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe gestellt haben.

Wer nun erwartet, dass sich Vertreter der NPD in Sachsen-Anhalt in Geschmacklosigkeiten darüber ergehen oder gar faule Witze darüber ablassen, wird sich getäuscht sehen. Es ist nicht lustig, wenn ein Mensch im Polizeigewahrsam zu Tode kommt und es steht außer Frage, dass die Umstände geklärt werden müssen – wenn nötig, dann auch auf juristischem Wege.

Aber es fällt schon auf, mit welcher Vehemenz die genannte Initiative seit Jahren ihr Ziel verfolgt. Ein Ziel, das für manche Mitglieder mittlerweile zum Selbstzweck verkommen zu sein scheint. Unübersehbar sind aber auch gewisse „Unterstützer“ aus Politik und linker Szene aktiv, denen es um grundsätzlichere Dinge geht. Von „übermäßigem Gewalteinsatz und Rassismus bei der Polizei“ ist da die Rede, der Rechtsstaat soll endlich völlig nach ihren Vorstellungen verunstaltet werden.

Hierfür musste ein Untersuchungsergebnis her, das die von Anfang an vertretene Mordthese stützt. Für 40000 Euro hat man in Irland von einem weißrussischen Spezialisten ein Gutachten erstellen lassen, das den Erwartungen entspricht und Grundlage für die oben genannte Anzeige bildet. In den Medien finden die Vorgänge meist den gewünschten Widerhall – in den Kommentarspalten hingegen bricht sich der Unmut vieler Bürger Bahn. In acht Jahren hat sich einiges angestaut, viele Fakten zum Fall Jalloh haben sich ins Gedächtnis eingebrannt. Genannt seien nur die Stichworte „Vorstrafen“, „Promille“, „Belästigung“, „Altersangabe“, „Drogen“ oder „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“.

Hat die Initiative den Bogen überspannt? Das könnte durchaus sein. Zu oft stehen nach eigener Wahrnehmung Recht und Gerechtigkeit im Widerspruch, werden bestimmte Personenkreise nicht gleich, sondern „gleicher“ behandelt. Recht haben heißt nicht immer Recht bekommen – und jeder Rechtsweg findet irgendwann sein Ende – auch wenn das Ergebnis nicht immer den Vorstellungen entspricht.

Im Fall Jalloh ist ein Ende nicht abzusehen. Es hätte diesen Fall jedoch nicht gegeben, wenn vor den Ereignissen des Januar 2005 die Gesetze – wie in souveränen Staaten üblich – konsequent angewandt worden wären. Oury Jalloh hätte niemals in einer deutschen Polizeizelle zu Tode kommen können, sondern hätte sich statt dessen in seiner afrikanischen Heimat aufgehalten, dort, wo auch heute noch seine Familie lebt.

Stefan Paasche

 

Bild: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de  www.pixelio.de

 

» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: