npd-hannover.de

26.07.2013

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Wegen Hartz IV – der Niedriglohnsektor wächst weiter

Kurz vor der Bundestagswahl wurde durch eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nun wieder deutlich, welche Folgen die Hartz-Reformen, unterstützt von Rot-Grün und Schwarz-Gelb, tatsächlich mit sich gebracht haben. Deutschland weist in der Europäischen Union den zweitgrößten Niedriglohnsektor auf, nur Litauen treibt es noch unsozialer. Jeder vierte Beschäftigte (24,1 Prozent) in Deutschland arbeitet für einen Niedriglohn, verdient also weniger als 9,54 Euro brutto in der Stunde.

Ein Arbeitnehmer gehört zum Niedriglohnsektor, wenn er weniger als zwei Drittel des durchschnittlichen Lohns verdient. Unter Vollzeitbeschäftigten war immer noch ein Fünftel (19,5 Prozent) im Niedriglohnsegment beschäftigt, was ebenso weit über dem EU-Durchschnitt liegt. Die Studie stellte „für Deutschland eine besonders starke Ungleichheit der Löhne aus abhängiger Erwerbsarbeit, zumindest in der unteren Hälfte der Lohnverteilung“ fest.

Die grundlegende These der Erfinder der Agenda 2010, in deren Rahmen die Hartz-Reformen umgesetzt wurden, war, daß ein wachsender Niedriglohnsektor für mehr Beschäftigung sorgen würde. Diese These erwies sich nun laut der neuesten Studie als grundfalsch. Laut dem Autor der Studie, Thomas Rhein, gehe die Erwerbstätigenquote mit wachsendem Niedriglohnsektor sogar zurück. Weiter sagt er, „dass eine erhöhte Lohnspreizung keine zwingende Voraussetzung für dauerhafte Erfolge am Arbeitsmarkt ist.“ Besonders häufig von Niedriglöhnen betroffen sind Frauen, Jüngere, Geringqualifizierte, befristet Beschäftigte und Arbeitnehmer in Kleinbetrieben. 40,1 Prozent der Teilzeitbeschäftigten und 32,4 Prozent der Frauen müssen mit einem Niedriglohn auskommen. Im europäischen Vergleich arbeiten hierzulande die meisten Frauen im Niedriglohnsektor. Vor allem im Handel, im gastronomischen Gewerbe und im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen werden geringste Löhne gezahlt.

Hartz IV, zum Teil entwürdigende Zumutbarkeitskriterien und der damit verbundene Zwang, auch extrem niedrig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse anzunehmen, haben diese Entwicklung begünstigt. Kurzfristig sind einige große Unternehmen die Nutznießer dieser Entwicklung, da sie zu geringsten Löhnen und mit flexiblen Beschäftigungsbedingungen ihre Lohnkosten drücken und damit ihren Gewinn maximieren können. Dauerhaft schneiden sie sich aber ins eigene Fleisch, führt der wachsende Niedriglohnsektor doch zu einer steigenden Staatsquote und letztlich zu sinkender Nachfrage. Deutlich wird dies an mehr als sieben Millionen Minijobbern, von denen fast alle dauerhaft gerade so das Existenzminimum erreichen, aber staatlich aufstocken müssen. In keinem anderen EU-Land ist der Anteil der Minijobber so hoch wie in Deutschland.

Der einzige dauerhafte Nutznießer der Hartz-Reformen sind die herrschenden Parteien, da sie mit dieser Armutsreform die offiziellen Arbeitslosenstatistiken massiv bereinigt haben, da Millionen Deutsche aus verschiedensten Gründen nicht mehr erfasst werden, aber in die Armut gestürzt wurden. Immer mehr Deutsche können nicht von ihrer Arbeit leben, müssen sich dauerhaft verschulden, weil hier in Deutschland keine Mindestlöhne gezahlt werden.

Die NPD fordert die Einführung flächendeckender und gesetzlicher Mindestlöhne, damit jeder von seiner Arbeit leben kann. Es darf nicht länger hingenommen werden, daß Millionen Deutsche trotz Arbeit ein Leben in Armut fristen und massenhafte Altersarmut somit vorprogrammiert ist. Überdies wäre die Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns gleichbedeutend mit einem bundesweiten Konjunkturprogramm, weil die Nachfrage massiv angekurbelt werden würde.




Ronny Zasowk

» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: