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15.04.2013

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1,3 Millionen Deutsche sind bettelarm trotz Arbeit!

Wie hieß es noch im erst jüngst veröffentlichten Armutsbericht der Bundesregierung? Sinkende Reallöhne wurden dort noch als „Ausdruck struktureller Verbesserungen“ verkauft. Einer neuen Studie zufolge sind 1,3 Millionen Deutsche so stark von diesem „Ausdruck struktureller Verbesserungen“ betroffen, daß sie trotz Arbeit auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Die Universität Duisburg-Essen hat errechnet, daß 1,33 Millionen Beschäftigte neben ihrem Lohn Hartz IV beziehen. Das Institut Arbeit und Qualifikation berichtete, daß 30,4 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsempfänger sogenannte Aufstocker sind. Davon wiederum seien 44 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt, die Hälfte sogar in einer Vollzeitstelle. Professor Gerd Becker zu den Zahlen wörtlich: „Hier werden Niedriglöhne, von denen man nicht leben kann, aus Steuermitteln subventioniert.“

Zu den über sieben Millionen so genannten Minijobbern und den weiteren 3,1 Millionen Hartz-IV-Empfängern gesellen sich also über 1,3 Millionen Menschen in unserem Land, an denen der vermeintliche Aufschwung der Merkel-Republik offenbar vorbeigegangen ist, da ihr Einkommen nicht für ein Leben über dem Existenzminimum ausreicht.

Vor fünf Jahren belief sich der Anteil der Aufstocker unter den Hartz-IV-Empfängern noch auf 23 Prozent, mittlerweile ist nahezu jeder dritte erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger darauf angewiesen, daß ihm der Staat trotz Arbeit Hilfen gewährt.

Ein neues Phänomen macht, ähnlich wie es in den USA seit Jahrzehnten gängig ist, in Deutschland Schule: das Multi-jobben. Hunderttausende Deutsche arbeiten zeitgleich in mehreren Beschäftigungsverhältnissen, weil die Löhne sinken, die Lebenshaltungskosten aber signifikant steigen. 8,7 Prozent aller Erwerbstätigen in unserem Land gehen aufgrund finanzieller Notwendigkeit mehreren Beschäftigungen nach.  

Doch diese Zahlen stellen nur den Gipfel des Eisbergs dar. Erst im Dezember hat eine Studie ergeben, daß Deutschland den größten Niedriglohnsektor in ganz Europa hat. 22,2 Prozent aller Arbeitnehmer sind niedrig entlohnt, besonders betroffen sind Frauen. Fast jede dritte Frau arbeitet in einem Niedriglohnjob. Schlimmer läuft es für die Frauen nur in Estland, Lettland und auf Zypern. Auch überproportional häufig sind Personen mit niedrigem Bildungsgrad betroffen (54,6 Prozent). Befristete Arbeitsverträge erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, gering entlohnt und in die Armut gestürzt zu werden. 38 Prozent aller befristeten Arbeitsverträge sind mit Niedriglöhnen verbunden, nur in Polen werden noch höhere Werte erreicht.

Die Zahlen belegen deutlich: trotz inflationärem Aufschwungsgefasel, Lobeshymnen auf die konjunkturelle Entwicklung und Schönfärberei kann nicht darüber hinweggetäuscht werden, daß Millionen Deutsche von der wirtschaftlichen Entwicklung abgehängt und sich selbst überlassen wurden. Während mittlerweile alle etablierten Parteien penetrant nach „qualifizierter Zuwanderung“ schreien, gehen immer mehr qualifizierte Deutsche stempeln und sind trotz Arbeit auf staatliche Stütze angewiesen. Das zusätzliche Arbeitskräftereservoir aus dem Ausland tut sein Übriges, um die Löhne nach unten zu drücken. Steigt das Arbeitskräfteangebot, sinken die Löhne.

Dieser Entwicklung kann nur wirksam entgegengetreten werden, wenn hierzulande endlich gesetzliche, branchenübergreifende und armutsfeste Mindestlöhne eingeführt werden, die staatliche Lohnaufstockungen unnötig werden lassen und dadurch die Sozialkassen nachhaltig entlasten, was zu sinkenden Sozialabgaben für alle führen würde.


Ronny Zasowk

 


Quelle:http://www.npd-in-rlp.de/
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