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05.12.2011

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Deutschland-Hetze aus dem griechischen Milliardengrab

Trotz ihrer Zahlmeister-Rolle sind die Deutschen zum Haßobjekt der Griechen geworden

Während den antiken Hellenen hohe Staatskunst und eine maßvolle – eben apollinische – Lebensweise nachgesagt wird, sind Undank und Selbstgerechtigkeit die bestimmenden Charakterzüge vieler heutiger Griechen.



Jürgen Gansel



Öffentliche und veröffentlichte Meinung sind selten deckungsgleich. Im Griechenland dieser Tage sind beide aber eins, wenn es um das Bild der Deutschen geht. Nicht nur die Boulevardpresse läßt die dämonisierte Wehrmacht wiederauferstehen, deren Nachfahren als zivile Finanzmacht ein neues Besatzungsregime über die armen Griechen ausüben würden. Selbst angesehene Zeitungen fabulieren von der „Besatzung“ durch die Deutschen. Beispielhaft dafür steht die Zeitung „To Vima“, die allen Ernstes schrieb: „Der Traum, Europa zu erobern, ist in Deutschland wieder da. Das Werkzeug ist dieses Mal nicht die Wehrmacht, sondern der Euro.“ Deshalb ist es auch mehr als ein Wortspiel, wenn Horst Reichenbach, der Chef der EU-Sparkommission für Griechenland, als „Reich“-enbach apostrophiert wird.



Die altgediente Nazi-Keule

Bei Massenprotesten im Juni 2011 gegen die Sparpläne des damaligen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou tauchte ein großes Hakenkreuz-Plakat mit der Losung „Nazi – Nazi – Merkel – Sarkozy“ auf. Im Gegensatz zu den Helden Trojas scheint die Nazi-Keule die einzige Waffe zu sein, die der heutige Hellene noch zu führen vermag.


Das Fernsehen zeigte dieses antideutsche Transparent immer wieder in den Nachrichten und ließ Protestanten in die Mikrofone brüllen: „Deutschland raus aus der EU!“ Aus deutscher Sicht ist das fraglos das Gebot der Stunde, aber für die Griechen wäre es der finanzielle Todesstoß. Dann könnten sich die Griechen dorthin zurückziehen, wo schon ihr antiker Bettler-Philosoph Diogenes gehaust haben soll: in Mülltonnen.



Diese Nazifizierungsversuche sind ein kläglicher Griff in die Mottenkiste des Deutschenhasses, wie man ihn eigentlich nur noch von britischen und polnischen Medien kennt. Es zeigt aber, wie penetrant sich die Griechen als Opfer fremder Mächte zu inszenieren versuchen.



Hausgemachtes Schuldendesaster

Tatsache ist, daß sich Griechenland den Zutritt zur gelobten Euro-Zone durch gefälschte volkswirtschaftliche Bilanzen erschlichen hat. Um an noch mehr EU-Knete und vor allem an zinsgünstige Kredite heranzukommen, mogelte sich Griechenland in den Euro-Raum. Durch die relative Haushaltssolidität Deutschlands und einiger anderer Staaten wurde der Euro anfänglich eine relativ harte Währung. Deshalb konnten sich die Griechen am Kapitalmarkt plötzlich viel preiswerter Geld beschaffen als zu Zeiten ihrer Micky-Maus-Währung Drachme. Über diese Geldbeschaffung zu niedrigen Zinsen freuten sich in Griechenland alle: der Staat, die Wirtschaft und die Privatleute, die sich nach Lust und Laune verschulden konnten.


Den Schwarzen Peter dafür nun den Deutschen oder selbst den Banken zuzuschieben, ist schon eine frivole Form der Schuldverdrängung. Daß sich die Banken über die griechische Kreditaufnahme freuten, ist klar. Aber kein Grieche wurde gezwungen, sich für kurzfristige Konsumvergnügungen zu verschulden, und kein Politiker in Athen wurde genötigt, die sozialen Wohltaten für den völlig aufgeblähten Staatsapparat auf Pump zu finanzieren.



Volkscharakter und Wirtschaftslage

Die griechische Schuldenkrise ist genauso hausgemacht wie die fehlende Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Hellenen. Es fehlt nicht mehr viel und der Wehrmacht wird noch der Klau griechischer Patente angedichtet, in deren Folge man sich auf Olivenanbau, Fischerei und Tourismus habe konzentrieren müssen. Man sollte sich nicht scheuen, die Strukturkrise Griechenlands und anderer Dolce-Vita-Staaten auch mit den unterschiedlichen Volkscharakteren zu erklären.



Völker sind Sprach- und Kulturgemeinschaften, Schicksals- und Abstammungsgemeinschaften. Und sie sind geschichtlich gewachsene Lebensgemeinschaften körperlich, geistig und seelisch verwandter Menschen. Diese Unterschiedlichkeit der Völker findet ihren Ausdruck in einem unterschiedlichen Staatsdenken, unterschiedlichen Wirtschaftsphilosophien und unterschiedlicher Technikbegabung. Gemeint sind nicht die vielgeschmähten Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit und Sauberkeit, sondern Primärtugenden wie Fleiß und Pflichtdenken, Sparsamkeit und Organisationstalent. Diese schlagen sich in objektiven Indikatoren wie Bruttosozialprodukt, Produktivität, Sparquote und Haushaltssolidität nieder. Die Leistungsnationen der Euro-Zone wie Deutschland, die Niederlande, Finnland und Österreich haben diese Primärtugenden, andere Völker eben nicht.



Ein verrottetes Gemeinwesen

Die Ursachen der ökonomischen Fäulnis wurzeln im Alltagsleben der Griechen. Wirtschaftliche Interessengruppen und  politische Dynastien wie die Papandreous betrachten den Staat seit jeher als Beute, den es unter Geschäftspartnern, Unterstützern und Familienangehörigen zu verteilen gilt. Vetternwirtschaft und persönliches Vorteilsdenken haben sich tief ins Gesellschaftsleben eingefressen. In Sachen Korruptionsanfälligkeit belegt Griechenland neben Italien einen „Spitzenplatz“ in Europa.



Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat erst jüngst auf den Zusammenhang zwischen der alltagstypischen Korruption und der Finanzkrise in beiden Ländern aufmerksam gemacht. Die Schuldenkrise sei „zum Teil“ darauf zurückzuführen, daß die Regierungen nicht willens oder fähig waren, die Bestechung und Steuerflucht zu bekämpfen.


Ein hausgemachter Infektionsherd ist die fehlende Steuermoral vieler Griechen und die völlige Ineffizienz der Steuerbehörden. Während viele Griechen gar keine Steuern zahlen oder ihr Kapital ungehindert ins Ausland transferieren, versickern die „Rettungsgelder“ der deutschen Steuerzahler in den kratergroßen Löchern des griechischen Staatshaushalts. Einerseits ist der griechische Staat nicht willens, die Steuerschuld seiner Bürger einzutreiben, andererseits schüttet er nach dem Gießkannenprinzip großzügig Geld an seine Bürger aus – selbst an Tote. Vor einigen Monaten wurde bekannt, daß an rund 9.000 über 100-jährige Griechen jahrelang Renten gezahlt wurden. Dem aktuellen Zensus zufolge sind aber weniger als 1.700 Griechen älter als 100 Jahre.



Wie verrottet muß ein Staatswesen eigentlich sein, in dem jahrelang an Tausende Tote Renten ausgezahlt werden, die offensichtlich Familienangehörige einkassiert haben? Möglich ist das nur dort, wo sich eine quasi-sozialistische Schlendrian-Mentalität und gemütliche Siesta-Kultur erhalten hat. Hinzu kommt gerade in Griechenland die Schwerkraft eines wuchernden öffentlichen Dienstes, der alle Erfolgstugenden des Wirtschaftslebens erstickt. Alleine die Sozialleistungen und Sonderrechte griechischer Staats(ver)diener machen einen Schuldenkollaps unausweichlich. Es ist eine Sauerei sondergleichen, daß durch Merkels „Rettungsschirme“ die fleißigen und steuerehrlichen Deutschen  die Rundumversorgung griechischer Staatsbediensteter mitfinanzieren.



Der Deutsche zahlt

Obwohl Deutschland selbst ein großes Schuldenproblem hat, nimmt die Merkel-Regierung unentwegt weitere Schulden in Milliardenhöhe auf, um damit die Konkursverschleppung Griechenlands zu finanzieren. Nach dem Euro-Rettungsschirm namens ESM mit einem deutschen Garantieanteil von 211 Milliarden hat der Bundestag längst weitere Finanzgarantien beschlossen. Durch einen ominösen „Kredithebel“ soll eine Teilabsicherung von faulen Staatsanleihen gewährleistet werden, bei der Geldgeber im Pleitefall entschädigt werden – auch das vor allem auf Kosten der deutschen Steuerzahler. Bislang spielen die potentiellen Geldgeber aber nicht mit, weil sie an keine europäische Stabilitätspolitik mehr glauben.


Längst wird über die Vergemeinschaftung aller Schulden durch Euro-Bonds und sogar den Zugriff auf die deutschen Goldreserven diskutiert. Nach Expertenangaben würde alleine die Einführung von Euro-Bonds – also von Gemeinschaftsanleihen aller EU-Staaten – unseren Staatshaushalt mit weiteren 47 Milliarden Euro jährlich belasten!



Dünnhäutige Schuldenmacher

Wenn dieser Wahnsinn zulasten der deutschen Steuerzahler und Sparer aber mal offen kritisiert wird, reagieren die griechischen Schuldenmacher äußerst dünnhäutig.


In Athen begann unlängst ein Prozeß gegen den „Focus“, weil sich das Nachrichtenmagazin mit seiner Titelgeschichte im Februar 2010 („Betrüger in der Euro-Familie“) der Verleumdung, der üblen Nachrede und der Verunglimpfung des griechischen Staates schuldig gemacht habe. Die Hellenen erzürnt besonders die Titelseite der „Focus“-Ausgabe mit einer verfremdeten Liebesgöttin Aphrodite, die dem Betrachter den Stinkefinger zeigt. Griechische Medien reagierten umgehend – natürlich mit Hakenkreuz-Fotomontagen und ähnlichen NS-Gruselelementen.


Gift und Galle gegen Deutschland spucken auch viele „Deutsch-Griechen“. In einem Ganzseiter für die linke  „tageszeitung“ durften am 25. November drei Autoren die deutsche Griechenland-Politik als „Neokolonialismus“ abkanzeln und von einem „liberalen Rassismus“ gegen die armen Hellenen faseln. Ihre Klage schließt mit einer Anekdote von unfreiwilliger Komik: „Ein Ausdruck dessen ist, dass mit der Griechenland-Panik im Rücken auch noch der letzte abgehängte Deutsche sich als europäischer Blockwart aufspielen kann. Als in diesem Sommer DemonstrantInnen am Düsseldorfer Hauptbahnhof ihre Solidarität mit Griechenland bekundeten, riefen ihnen sogar einige Junkies zu: ‚Geht erst mal arbeiten!‘“

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